Kapitel 14

Seltsame Schleifen

In ihren Formulierungen der Sehnsucht nach einer anderen Wirklichkeit hat die moderne Kunst immer neue Varianten gefunden. Ganz gleich, ob der Surrealismus seine Wahrheiten im Traum suchte oder die russische Avantgarde ihre Luftschlösser baute – selbst die profanen Ausläufer der hohen Kunst proklamierten unermüdlich ihr break on thru to the other side.

Im Innern der Milchstraße tummeln sich seltsame (Un-)Gestalten. Die bislang bekannteste davon ist das riesige Schwarze Loch Sagittarius A* (SgrA*), das in fernster Zukunft einen Großteil der Galaxis verschlingen wird. US-Astronomen entdeckten ein relativ starkes Magnetfeld, dem ein Sternennebel folgt, der morphologisch einer Struktur gleicht, die als Symbol für biologisches Leben gilt: Die Doppelhelix der DNA.

In MöBIOS wird das Phänomen des unendlichen Wegs geerdet und zugleich Teil einer phantastischen Erzählung. Eine U-Bahn voller Menschen verschwindet auf ihrem Weg durch die Verkehrskatakomben von Buenos Aires. Fortan hört man gelegentlich ihr dröhnendes Fahrtgeräusch, ohne sie jemals zu erblicken, und ihr Weg scheint sinn-, richtungs- und endlos.

Derart übersinnliche Phänomene kann die bürokratische Realität nicht durchgehen lassen, und so engagiert man einen Topologen, der den Verbleib des verschwundenen Zuges per kartographischem Studium ergründen soll. Auf seiner Suche nach des Rätsels Lösung werden ihm auch die Behörden und Archive, die er konsultiert, zum zivilisatorischen Irrgarten. Lagepläne und ausufernde Planskizzen des U-Bahnnetzes pflastern die Wände, und die Suchaktionen in den papierenen Gedächtnissen von Buenos Aires führen zu leeren Aktenordnern und anderen Lücken im System.

Die verästelten Verkehrs- und Verwaltungsapparate entsprechen mehr und mehr dem, was Jorge Luis Borges (nach dem hier eine U-Bahn-Station benannt ist) in seiner »Bibliothek von Babel« (1941) entworfen hat: »Die Bibliothek ist unbegrenzt und zyklisch. Wenn ein ewiger Wanderer sie in einer beliebigen Richtung durchmäße, so würde er nach Jahrhunderten feststellen, daß dieselben Bände in derselben Unordnung wiederkehren (die, wiederholt, eine Ordnung wäre: Die Ordnung).«

Language: C++
Author: lapinski@utexas.edu

#include<iostream.h>
main(){char*s="#include<iostream.h>%cmain(){char*s=%c%s%c;cout.form(s,10,34,s,34,10);}%c";cout.form(s,10,34,s,34,10);}

Author: David Rogers

#include <iostream.h>
#define ENIUQ(TEMPLATE) cout << TEMPLATE << "(" << #TEMPLATE << ");}";

void main()
{ENIUQ("#include <iostream.h>\n#define ENIUQ(TEMPLATE) cout << TEMPLATE 
<< \"(\" << #TEMPLATE << \");}\";\n\nvoid main()\n{ENIUQ");}

Der selbstmodifizierende Code eines Programms hat nichts mit Lernen
oder der Verbesserung eines Programmes zu tun. Selbstmodifizierende
Programme, die die Hochsprache des Programms modifizieren, sind in der
Zukunft möglicherweise hilfreich, die Maschinenintelligenz zu steigern.

Über die Autopoietik von Supermarkt und Kino

Stetig schwingt das Pendel zwischen Warenkorb und Leinwand. Vor dem Fata-Morgana-Flimmern der Bildaparrate versammelt sich der rote Ameisenstaat, um der Stimme der Prediger zu lauschen und sich erquicken zu lassen von seinem göttlichen Geist. Still und stumm lauschen ihre Körper andächtig den Melodien ihrer Begleiter, abgeschottet vom Dröhnen der Maschinerie, während ihre Sitzgelegenheiten, sie durch den Weltraum zu den Basaren tragen. Metallscheibe um Metallscheibe drehen die Fließband-DJ’s auf ihren ergonomisch-geformten Thronen. Blitzdings- *düt!* – Der Nächste Bitte!

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~ von maeeutik - November 18, 2008.

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